Schattenwege

Schattenwege


In des Mondes Angesicht
Und zu undenkbarer Stunde
Spürst du sanftes Engelslicht
Lieblich sanft in deiner Wunde.

In des Mondes strahlend Glanz
Träumen Augen, träumen Herzen
Von dem zuckersüßen Tanz
Überwindend alle Schmerzen.

In der tiefen, finsteren Nacht
Liegen Schwingen still begraben.
In des Engels dunkler Wacht
Erkennst du einmalige Gaben.

In der Nacht, von Sternen klar,
Träumst du von dem Blutsversprechen.
Was einst schön und lebend war,
Ist nun vielmehr ein Verbrechen.

In des Mondes Angesicht
Strahlt die Haut so leuchtend weiß
Und der Augen Glanz verspricht
Wie der Lippen Worte leis:

Blutrot soll die Nacht doch sein,
Lebend, tot, voll Leidenschaft.
Heut Nacht wirst du ewig mein
Nur durch meine große Kraft.

Ich will dich Lieben, will dich lehren,
Nichts soll unsere Trennung sein.
Will dich ganz und gar begehren,
Untot sollst du lebend sein.

In der sternenklaren Nacht
Weht ein Schatten sanft im Wind.
Wenn der Schimmer stumm erwacht,
So erwacht das edle Kind.

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07
Mär
Bestien

Wenn der Schatten Nebel fällt.

Wenn das Licht die Nacht erhellt.

Wenn der Mond im Blute strahlt.

Wenn die Bestie Mord bezahlt.

Wenn das Eis im Herzen bricht.

Wenn jedes Wort von Lüge spricht.

Wenn das Feuer heftig lodert.

Wenn Leiche stumm im Keller modert.

Wenn die Wahrheit nicht mehr gilt.

Wenn vor Stolz und Neid die Brust anschwillt.

Wenn in stiller dunkler Nacht

Das Monster in mir neu erwacht.

Wenn Triebe höher stehn als die Gefühle.

Wenn die Luft erstickt mit Schwühle.

Wenn sich das Innerste verkrampft,

Dann hilft auch keine Hand so sanft.

Kennst du die Bestie die mein Innerstes verbrennt?

Siehst du, was dein Herz erkennt?

Spürst du deinen Wunsch nach Flucht?

Spürst du das Misstrauen in der Sucht?

Gefährliches Spiel wurde getrieben.

Keiner sollte Monster lieben.

Gib ihr nach, der Flucht in dir.

Lasse ruh'n das kalte Tier.

Wecke nicht die Feuerbrunst,

Lasse sein die dumme Kunst.

Niemandem bekam es jemals gut,

Das zu wecken, was in mir ruht.

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Einst, in einer dunklen Stunde,
Wanderten wir als Mehrheit durch die Lande.
Doch nun, nach dieser großen Wunde,
Sind wir dazu nicht länger im Stande.

Fort ist nun die Mehrheit hier
Und getrennt in ihren Wegen.
Nun sind wir nicht länger vier,
Die sich stets nach vorn bewegen.

Gefallen sind jetzt drei von uns,
Die Erinnerung verblasst.
Missachtet wurde stumm der Wunsch,
Dass ihr die Freunde nicht verlasst.

Einer von uns vier Gefährten,
Lebt noch weiter auf den Wegen.
Dieser wandelt auf den Fährten,
Die niemandem mehr etwas geben.

 

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07
Mär
Lasten

Liebst du den Sumpf, stiller Adler?
Siehst du nicht, wie deine Flügel brechen werden?
Die Last, die du auf deinem Rücken trägst, ist einfach zu groß für dich.
Warum erkennst du das nicht?
Warte, ich komme und nehme sie dir ab.
So wirst du verschont bleiben mein wunderschöner Vogel.
Und wenn du hoch hinaus fliegst, der Sonne entgegen,
Dann denke an mich und lasse deinen Schrei ertönen.
So werde ich wissen, dass du mich noch immer im Herzen trägst.

 

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Göttergleiche Truggestalten.
Dunkelheit durchzieht das Land.
Wo ungeheure Mächte walten,
Trägt die Qual noch das Gewand.

Ein Gewand so voll von Täuschung.
Es gewährt kaum eine Frist.
Zu schnell vollzieht es diese Meuchlung.
Zu schnell wird dir das Köpfchen Trist.

Eine Krankheit, eine Plage.
Es ist egal, der Mensch ist tot.
Hörst du die mütterliche Klage?
Hörst du des Vaters Schrei der Not?

Dein Gewand bleibt schwarz bei Nacht.
Deine Wunder sind vollbracht.
Du hast die Wachsamkeit entfacht.
Du bist allein im Traum gemacht.

Und im Traum fliegst du mit mir.
Seelen können sich verbinden.
Es gibt kein Ich, kein Du, nur Wir.
Irgendwann werde ich dich finden.

 

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07
Mär
Im Herzen

Das Leben ist schwarz für die Ewigkeit.
Das Wenige Lachen verbirgt kaum das Leid.
Der Versuch zu verdrängen, scheitert oft kläglich.
Niemand entkommt dem Schicksal noch redlich.

Der Kampf ums Dasein fordert die Kräfte.
Oft sind nur Kälte und Hass der Tribut.
Wenn nur ein Einziger die Wärme noch hätte,
Wenn doch ein Einziger wäre frei von der Wut.

Ein lebendiges Herz schlägt in jeder Brust,
Doch auch hier kommt es wieder zu starkem Verlust.
Denn zu Eis sind schon viele Herzen gewandelt

Und bei vielen ist sogar das Eis schon zerbrochen.
Kann es denn sein, dass in so vielen Wochen
Der Mensch sich und andere weiter verschandelt?

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07
Mär
Nachtlied

Eine Nacht gleicht nicht der anderen,

Jede ist ein einzeln Gut.

Ruhelos die von uns wandern,

Die längst verlassen hat der Mut.

 

Des Mondes Schein trifft meine Sinne,

Durchflutet tiefer Schatten Einsamkeit.

Ob ich Erkenntnisse gewinne,

Verrät mir wieder nur die stille Zeit.

 

Das sanfte Strahlen dieser Nacht,

Das Leuchten, Glitzern in den Augen,

Als wenn ein Engel dich bewacht,

Als würde all dein Leid was taugen.

 

Doch einsam treibt der Lebensgruß

Des Wesens dunkle Schritte an.

Und ob er kommt in den Genuss?

Und ob er nochmal singen kann?

 

Und schwebt die leise Melodei

So totengleich ans Ohr heran,

So bist du endlich wieder frei,

So hat man dir nur Gut's getan.

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Es sind Tage wie dieser, die das Leben lohnenswert machen.
Es sind die Menschen, die man um sich hat und liebt.
Vielleicht ist es auch nur der Lieblingsvogel, den man sieht,
der sein Nest baut oder die Körner vom Boden aufpickt.
Vielleicht sind es auch nur die Schneeflocken, die langsam vom Himmel rieseln
und der Wind, der kalt über das Gesicht weht.
Vielleicht ist es die Sanftheit in den Augen einer Mutter,
die Liebe in der Berührung einer Tochter
oder das gemeinsam Weinen können.
Und darüber hinaus ist es oftmals auch nur das Miteinander schweigen können
oder das Tröstliche in einzelnen Worten und Taten.
Vielleicht sind es die kleinen Dinge, die man sich jeden Tag vor Augen halten muss,
um sich daran zu erfreuen und ein Stück weit Leben zu spüren.

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weißt du manchmal liege ich nachts wach...
und die Decke kracht zusammen...
die Wände kommen näher...
und mein Kopf platzt...
weil ich es einfach nicht abschalten kann...
ich kann nicht aufhören an dich zu denken...
sicher... es ist besser geworden, das gebe ich zu, es ist nicht mehr ununterbrochen...
aber in den Momenten, in denen es noch so ist.... in denen tut es so unendlich weh...
es gibt keine Worte dafür, um zu beschreiben wie ich mich dann fühle... zumindest keine Worte, die mir spontan einfallen würden
heute habe ich alte Logs gelesen...
wahrscheinlich war das heute mein Fehler

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Es war stockdunkel draußen vor dem Fenster. Die Nacht war ungewöhnlich finster. Normalerweise konnte man, wenn es so wolkenlos war, wenigstens die Sterne sehen. Aber heute Nacht war das anders. Ich legte mich in mein Bett und drehte mich halb auf die Seite, halb auf den Bauch. Es war die einzige Position, in der ich richtig schlafen konnte. Die leise Musik aus meinem CD-Player betäubte meine Sinne und ließ mich schon bald ins Reich der Träume hinwegschlummern.

 

Sanftes Windrauschen in den Bäumen. Der Wald um uns herum verbirgt alles Fremde und Bedrohende der Außenwelt, die Welt der Abgase und der Verkehrsgesellschaft der Städte. Wie ein Lied klingen die fallenden, bunten Blätter des Herbstes, als wäre jedes Einzelne ein spezieller Ton einer schmeichelnden Melodie. Das Licht der langsam untergehenden Sonne wirft warme Farben auf. Langsam gehen wir nebeneinander her, hängen beide unseren Gedanken nach. Das Zwitschern der Vögel ist der einzige wirklich tierische Laut in der uns umgebenden Ruhe. Selbst unsere Wölfe bleiben stumm. Schwarz und weiß laufen sie gemeinsam, stehen für Licht und Dunkelheit. Ein Lächeln umspielt meine Lippen, als mir wieder der alte Gedanke kommt, wie schicksalhaft wir zusammengeführt wurden. Du erkennst die Regung und bleibst stehen. Wie Magnete sind wir verbunden, ein Teil passt sich dem anderen an. Ich stoppe neben dir und wende meinen Blick auf dein Gesicht. So warm ruhen deine goldbraunen Augen auf mir, so sanft ist dein atemberaubender Blick. Nur mit viel Mühe kann ich meine Augen von den deinen losreißen und bewundere mal wieder deinen starken Körper, der selbst unter dem schwarzen Mantel unglaublich gut zur Geltung kommt. Der weiße Schal um deinen Hals bildet einen scharfen Kontrast dazu, ebenso wie deine nahezu weiße, perfekte Haut. Ob das bei mir ähnlich wirkt? Bilde ich doch eher den schwachen Gegensatz zu dir? Strahlt meine Haut im gleichen Licht wie deine? Oder wirke ich noch immer um so vieles unauffälliger als du, si wie es der Fall war, als ich noch menschlich war und noch nicht vollkommen zu dir gehörte? Ich blicke zurück, zurück zu dem hell-ockerfarbenem Haus am Fuß des sanft ansteigenden Berges. Unwirklich liegt es dort, als wäre es nur eine Illusion. Meinen Traum birgt es. Unser Heim ist es. Bin ich angekommen? Ich verfolge in Gedanken den kleinen schmalen Weg, den wir nun so oft begehen, der uns an so stille, beruhigende, fantastische Plätze führt. Stück für Stück erklimme ich ihn in meinen Gedanken aufs Neue, bis ich deine Gedanken finde und wir gemeinsam weitergehen, als hätte wir es uns zugerufen. Du nimmst meine Hand in deine und hältst sie fest. Wieder einmal durchfährt mich dieser unwirkliche Schauer, den fast jede deiner Berührungen in mir auslöst. Wir gehen bis zu unserer Weide, dann hältst du an und wendest dich mir zu. Ich betrachte den wunderschönen, alten, kraftvollen Baum, der mir so lieb geworden ist als Ort der Zuflucht, Geborgenheit, Zufriedenheit und Liebe. Zärtlich streichst du über meine Wange, weshalb ich meinen Blick auf dich richte. Ich schenke dir ein Lächeln, ein Lächeln, das mehr Gefühl beinhaltet als bei irgendeiner anderen Person vor dir. Langsam beugst du dich zu mir herab, berührst hauchzart mit deinen Lippen die meinen. Ein sanftes, prickelndes Gefühl macht sich in mit breit. Ich erwidere deinen Kuss mit so viel Liebe und Zärtlichkeit, wie mir möglich ist. Als wir uns voneinander lösen, lächeln wir beide zufrieden und glücklich. Langsam lehne ich mich mit dem Rücken an die Weide und rutsche vorsichtig daran herab. So süß riecht die Luft, so warm fühlen sich die letzten Strahlen der untergehenden Sonne auf der Haut an. Ich liebe die bunten Farben der roten, gelben und braunen Blätter der Herbstbäume. Wie das Licht von ihnen abstrahlt, in so beruhigender Art und Weise. Bei dem Anblick werde ich wieder an ein Gedicht erinnert, dass du vor ein paar Wochen für mich geschrieben hast. Ich weiß noch, dass du es mir genau an diesem Ort vorgetragen hast. Ich ich liebte es, ich liebe es noch immer, so wie ich alles liebe, was du mir gibst.

 

Abendrot, so wunderschön.

Große Wiese, viel zu sehn.

Weidenbaum, so alt und groß.

Ich komme nie mehr von hier los.

 

Wasser plätschert leise vor sich hin

Und da kommst du mir in den Sinn.

Plötzlich schlägt das Herz so schnell.

Alles scheint - wie Gold - so hell.

 

Ich schließe die Augen, träume von dir.

Ich wünschte, du wärst hier bei mir.

Langsam schwindet das Sonnenlicht.

Einsamkeit schlich sich in mich.

 

Doch genau an dieser Stelle,

Da kamst du, die edle Quelle

Und der Traum wird Wirklichkeit.

Gemeinsam durch die Ewigkeit.

 

"Sommernachtstraum" hast du es genannt und es ist, als hättest du es aus meiner Seele gelesen, aus mir erfunden und aufgeschrieben. Gemeinsam sitzen wir nun hier und du hältst mich fest und sicher in deinen Armen. Diese Liebe wird niemals enden. Beim nächsten Windhauch...

 

... wachte ich auf und fand mich in meinem Bett wieder. Draußen begann es gerade zu dämmern. Die Morgenröte schickte schon ihre ersten Strahlen. Ich seufzte leise und drehte mich auf die Seite. Ich dachte wie schon so oft in den letzten wenigen Wochen über ihn nach. Ihn, den Mann ohne Gesicht, den Namenlosen, den stummen Beobachter, den Wegbegleiter. Diesen Traum hatte ich nun wahrlich oft genug geträumt, doch nicht einmal konnte ich den Mann jemandem zuordnen, den ich kannte. Bald darauf fielen mir meine Augen wieder zu. Zu sehr hatten mich die letzten unruhigen Nächte ausgelaugt.

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Rückblende:

Nach dem ersten Mal waren wir beide geschockt gewesen. Ich hatte mir meine Wange gehalten und ihn mit weit aufgerissenen, vor Entsetzen geweiteten Augen angestarrt. Nicht anders war es bei ihm gewesen. Der Schock, den ich in seinem Blick wiederfand, erschreckte mich nur umso mehr. Wie versteinert fühlte sich mein Körper in diesem Augenblick an. Ich war unfähig auch nur ein Wort zu sagen. Meine Kehle wollte schreien, aber nichts Drang daraus hervor. Meine Beine wollten fliehen, aber sie leisteten keinen Dienst. Als er sich aus seiner Versteinerung lösen konnte, bewegte er sich extrem langsam. Ich hatte fast das Gefühl, alles würde in Zeitlupe ablaufen. Er hob besänftigend seine Hände vor den Körper und sprach ruhig auf mich ein. Ich verstand nicht, wieso er das tat. Er redete, als würde ein kleines, verängstigtes Kind vor ihm stehen. Ich hatte nicht einmal mitbekommen, wie ich bei der ersten Bewegung von ihm zusammengezuckt war. Ihm jedoch war das nicht entgangen.

Ich hatte keine Ahnung, wie es nun, da diese Gewalt zum ersten Mal geschehen war, weitergehen würde. Aber ich wusste genau, dass ich ihn brauchte, dass ich ihn liebte und dass ich einfach nicht zulassen konnte, ihn zu verlieren, selbst wenn dies alles ein Teufelskreis werden würde. Also versöhnten wir uns wieder. Dennoch sollte die Gewalt in unserer Ehe noch lange anhalten. Mit jedem neuen Streit wurde er rücksichtsloser in seinen Schlägen, seine Brutalität nahm zu. Es erschien mir fast, als würde er denken, ich würde mit jedem weiteren "Ausrutscher" immer mehr gegen seine Schläge immun werden.

 

Wenn ich zurückdenke, an die Zeit, an das erste Mal als ich sie schlug, wird mir übel. Damals hat dieser ganze Wahnsinn angefangen. Ich schämte mich. Eigentlich empfand ich nach jedem einzelnen Mal, das ich sie schlug, Scham und tiefste Abscheu vor mir selbst. Ich weiß nicht einmal mehr, wieso ich sie damals angriff. Dass ich es tat, ist schlimm genug. Dass ich seitdem nicht mehr aufhören konnte, ist einfach nur abartig. Ich weiß nicht, wieso ich nie die Kraft fand, mich unter Kontrolle zu bringen. Ob es das Gefühl der Macht war, dass mir die Schläge gaben? Das Gefühl, welches man hat, wenn man der Stärkere ist und sich gegen jemand anderen durchsetzen kann? Ich weiß es nicht. Aber ich werde niemals dieses allererste Mal, als es passierte, vergessen. Sie war so geschockt gewesen. Ihre Augen waren mit Tränen gefüllt. Niemals mehr in meinem Leben werde ich den Ausdruck des Entsetzens, der in ihrem Blick lag, aus meinem Gedächtnis streichen können. Wie ein kleines, verstörtes Mädchen stand sie da, stock steif, als wäre sie aus Stein gemeißelt. Ich hatte damals wirklich Anst, sie würde zerspringen, wenn ich mich nur zu schnell bewegen würde. Es war ein furchtbarer Augenblick, furchtbare Sekunden, Minuten und Stunden an diesem furchtbaren Tag. Komischerweise kann ich mich kaum noch an das erinnern, was danach geschah. Die Versöhnung habe ich wohl völlig ausgeblendet. Nur ihr Blick hat sich bis heute in meine Netzhaut eingebrannt. Warum nur, schlug ich dennoch immer wieder zu?

 

 

Gegenwart:

Ich weiß nicht mehr, was ich noch tun soll. Ist es schon so schlimm, dass ich eine Anzeige machen soll? Muss ich denn wirklich die Polizei einschalten? Und selbst wenn ich das tue, wer garantiert mir, dass sie mir glauben? Ich weiß, dass er mit ein paar Leuten von der hiesigen Polizei befreundet ist. Manchmal gehen sie sogar zusammen weg. Was ist also, wenn mein Mann nun behauptet, ich wäre nur gestolpert und hätte mich beim Sturz verletzt? Er würde sicher sagen, ich würde ihn nur anzeigen wollen, weil ich Rache wegen dem letzten Streit, den wir hatten, haben wollte. Wahrscheinlich werden sie mir nicht glauben. Auch wenn sie es glauben würden, hätte das keinerlei Nutzen für mich. Ich will doch nicht, dass er ins Gefängnis kommt. Ich liebe ihn doch. Im Grunde trage sowieso ich die Schuld dafür, dass er mich schlägt. Würde ich einfach nur den Mund halten, wenn er in Rage gerät, dann würde es gar nicht soweit kommen. Aber ich muss ja immer sagen, was in meinem Kopf vorgeht. Was bin ich nur für eine dumme, naive Göre. Sagt er das nicht auch immer? Ich wünsche mir so sehr, dass es endlich wieder normaler in unserer Ehe wird, dass seine "Ausrutscher" einfach weg fallen. Das Problem ist, dass es eher immer schlimmer wird. Er trägt seine Eskapaden auf meinem Rücken aus. Er hurt herum, schleppt eine nach der anderen ab und gibt sich mittlerweile nicht einmal mehr die geringste Mühe, dies vor mir zu verbergen. Wie oft ist er nun schon völlig betrunken nach Hause gekommen und hat mir, nur wegen der Frage wo er denn gewesen sei, eine geknallt? Wie oft weine ich nun schon des Nachts, heule mir die Seele aus dem Leib, nur wegen ihm? Er schlägt mich, schubst mich, stößt mich nur herum. Er spielt mit meinen Gefühlen und schändet und tötet meine Seele mit jedem weiteren Streit ein bisschen mehr. Doch verlassen kann ich ihn nicht. Zu groß ist meine Angst davor, allein dazustehen. Zu viel würde das Gefühl der Einsamkeit wiegen. Ich liebe ihn noch immer, so verrückt es auch klingen mag. Er hat mir so viel gegeben seit ich ihn kenne und ich will einfach nicht zulassen, dass alles, was wir miteinander durchgemacht und erlebt haben, umsonst gewesen ist. Nein! So darf es nicht sein! Wir müssen gemeinsam einen Weg finden. Einen Weg, der zurück ins Glück führt und den wir gemeinsam bestreiten können. Ich gebe die Hoffnung darauf nicht auf.

 

Ich bin ein schrecklicher Mensch. Wenn ich ein guter Mensch wäre, hätte ich schon längst damit aufgehört, meine Frau wie Dreck zu behandeln. Ich werde sicher in die Hölle kommen, sollte es eine Hölle geben. Ich verachte mich selbst zutiefst. So viele Dinge mache ich falsch. Als würde es nicht schon reichen, dass ich sie in meiner Wut, die sich immer wieder durch meine Hilflosigkeit entwickelt, schlage. Nein, ich Idiot muss sie auch noch vor allen Leuten demütigen, indem ich meine Affären offen austrage. Affären, die ich eigentlich nicht mal will. Affären, die vollkommen unnötig sind. Jedes Mal wenn ich in ihr wunderschönes Gesicht sehe, erkenne ich die Narben und Risse, die ich ihr im Laufe der Jahre zugefügt habe. Ich sehe sie, obwohl viele davon schon nicht mehr sichtbar sind, denn ihre Wunden sind erstaunlich gut verheilt. Was für ein Unsinn! Nichts davon ist wirklich verheilt. Vielleicht hat sich die Haut regeneriert, aber die Verletzung, die ich ihr zufügte, wird immer bleiben. Sie muss mich einfach hassen. Es geht gar nicht anders. Wie sollte jemand ein Monster wie mich lieben können? Ich bin sicher sie verabscheut mich noch mehr, als ich mich selbst verabscheue. Ich gehe sehr oft weg, um sie vor mir zu schützen, aber es nützt meistens nichts, denn wenn ich weggehe, trinke ich. Wenn ich trinke, bin ich noch unberechenbarer. Ich werde dann meist schon bei den einfachsten Fragen wütend und schlage zu. Warum? Warum habe ich mich so wenig im Griff? Das kann so einfach nicht weitergehen. Ich will ihr das nicht noch länger antun. Vielleicht sollte ich einfach aus ihrem Leben verschwinden? Oder ganz aufhören zu existieren? Was für andere Wege gibt es denn? Sollte ich mich vielleicht selbst anzeigen? Ich denke nicht, dass meine Freunde bei der Polizei mir glauben würden. Viel eher würden sie es für einen schlechten Scherz meinerseits halten. Also fällt das wohl weg. Ich glaube, viele Möglichkeiten bleiben mir nicht mehr. Ob wir noch einen gemeinsamen Weg finden? Ich bezweifle es so langsam. Aber vielleichtist es möglich. Sollte ich die Hoffnung doch noch nicht aufgeben?

 

 

4 Jahre später:

Wir hatten lange überlegt, bevor wir etwas unternommen haben. Als wir beide an dem Punkt waren, nicht mehr weiter zu wissen, fingen wir endlich an miteinander zu reden. Wir waren uns einig, dass unsere Ehe und unsere Liebe zu Grunde gehen würden, wenn wir nicht einen Weg fänden, die Gewalt endlich zu unterbinden. Also dachten wir gemeinsam über die verschiedenen Möglichkeiten nach. Als er mir einige von seinen nannte, war ich zutiefst erschrocken gewesen, das weiß ich noch. Wenn ich bedenke, dass er wochenlang, vielleicht sogar monatelang darüber nachgedacht hatte, Selbstmord zu begehen und das ausschließlich um mich vor seinen Übergriffen zu schützen, bekomme ich heute noch Gänsehaut. Eigentlich wäre es so einfach gewesen, aus unserem Teufelskreis von damal herauszukommen. Jetzt wissen wir das und lachen über unsere Naivität. Wir entschieden uns gemeinsam, eine Paartherapie zu machen. Anders als viele der anderen Paare, zogen wir diese Therapie auch durch. Es war, als hätte seitdem jemand einen Schalter umgelegt. Er wurde nie wieder handgreiflich mir gegenüber und hat sich besser im Griff, als jemals zuvor. Unsere Ehe läuft sehr harmonisch. Wir reden viel mehr miteinander, teilen uns unsere Ängste und Sorgen mit, genauso wie wir uns von den schönen Seiten erzählen. Meine Liebe zu ihm ist stärker geworden, entgegen meinen Erwartungen. Ich dachte vorher immer, die Liebe würde im Laufe der Ehe immer weiter abnehmen. Doch das ist bei uns nicht der Fall. Wir sind glücklich, das ist alles was zählt. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich niemals die Hoffnung aufgegeben habe.

 

Unsere Ehe läuft meiner Meinung nach viel besser. Nachdem wir eine ganze Weile hin und her überlegt haben, was wir tun könnten um sie zu retten, kamen wir schließlich auf den Weg der Paartherapie. Die anderen Vorschläge waren auch meist zu grotesk. Lachen musste ich jedoch damals, als sie mir von ihren Gedanken erzählte, was das Einschalten der Polizei anging. Den Vorschlag von ihr, unsere Freunde mit einzubinden, empfand ich erst nicht als ratsam. Die Therapeutin schlug allerdings später dasselbe vor, also erzählten wir allen Freunden und Verwandten, was in unserer Ehe passiert war und das wir daran arbeiten wollten. Die Meisten waren erschrocken gewesen, aber sie fanden es gut, dass wir nun die Therapie machten. Und das gab uns die nötige Kraft und den Anreiz, sie auch durchzuziehen. Wenn ich mir unsere Ehe jetzt ansehe, dann muss ich sagen, dass ich sehr zufrieden bin. Seitdem wieder mehr Gespräche zwischen mir und meiner Frau stattfinden, läuft es einfach besser. Wir sind glücklich. So denke ich also, dass unser Weg der Richtige war. Scherzhaft sage ich oft zu ihr: "Wer weiß, vielleicht komme ich ja nun doch nicht mehr in die Hölle." Nur ich weiß jedoch, dass diese Aussage meinerseits ihre Gründe hat. Die Hoffnung nicht aufzugeben, war für uns der Schlüssel für unser jetziges Glück.

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Pest: "Hey Krätze."

Krätze: "Hey Pest."

Pest: "Wie gehts dir denn so?"

Krätze: "Ach ganz gut soweit, Grippe ist gerade wieder weg."

Pest: "Das freut mich aber, die wolltest du ja seit Monaten los werden. Sag mal, hast du mal wieder was von Krebs gehört, dem alten Hoden?"

Krätze: "Naja, nur dass der wohl Besuch von der Syphilis bekommen hat."

Pest: "Ernsthaft? Wie kommt denn Akne damit zurecht?"

Krätze: "Gar nicht, sie hat Herpes nun dafür bekommen."

Pest: "Ich verstehe und wie läuft es mit Vagina's Angina?"

Krätze: "Die hat sich verpisst, der war es wohl zu kalt da unten im Bunker."

 

~Fortsetzung folgt vielleicht mal~

 

07.02.2013 10:45

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